Ausstellung der TRIAS

Maritime Landschaften

Ausstellung mit Bilder von Hauke Huusmann

mit einer Einführung von Dr. Anke Carstens-Richter

14. Juni  bis August 2019

in den Räumen der Kreiskulturstiftung in Schleswig, Suadicanistraße

 

Hauke Huusmann ist ein Maler aus Leidenschaft. Sein Berufsleben als

Architekt hat sich hauptsächlich in Hamburg abgespielt, obwohl er an

zahlreichen Großprojekten des renommierten Architekturbüros von

Gerkahn, Marg und Partner – kurz gmp – auch im In- und Ausland

beteiligt gewesen ist, beispielsweise an Flughäfen, Messegebäuden,

Hochhäusern und Hotels. Geboren wurde er 1944 in Wilster. Mit dem

Zeichnen und Malen begann er aber schon als Kind. Ein sicherer Umgang

mit dem Zeichenstift ist natürlich eine Grundvoraussetzung für einen

Architekten gewesen. Heutzutage werden die Entwürfe und

Planzeichnungen am Computer hergestellt.

Vor dem Architektur-Studium an der Hochschule für bildende Künste in

Hamburg hat er zunächst eine Maurerlehre gemacht und danach die

Bauingenieursschule der Hansestadt besucht. Besser kann man nicht

vorbereitet sein für ein Berufsleben als Architekt. An der Hochschule für

Bildende Künste – kurz HBK – hat er später übrigens selbst viele Jahre

lang als Lehrbeauftragter jungen Architekturstudenten das

Freihandzeichnen – also ohne Lineal - beigebracht, was bei den heutigen

technischen Möglichkeiten, wie schon gesagt, aber nicht mehr gebraucht

wird.

Zu welcher Fertigkeit Hauke Huusmann es selbst im Freihandzeichnen

gebracht hat, zeigt diese Ausstellung sehr deutlich. Schon bei der ersten,

flüchtigen Betrachtung fällt auf, mit welcher Sicherheit er seine maritimen

Landschaften – so das Motto der Ausstellung – aufs Papier gebracht hat.

Fast immer sind es Hafenszenerien, und sehr oft ist darauf ein eleganter

Dreimast-Schoner zu sehen. Das ist das Segelschiff seines Chefs, mit dem

er mehrfach in den Häfen der sogenannten dänischen Südsee festgemacht

hat. Und da er Zeichenblock, Bleistifte, Kreiden und auch Aquarellfarben

immer mit an Bord hatte, sind ganz wunderbare Bilder entstanden, die

jedem Segler das Herz höher schlagen lassen. Fast immer sind es

Diagonalkompositionen, durch die der Blick des Betrachters in die Ferne

geführt wird.

Häufig genug reichte die Liegezeit in den Häfen aber auch aus, um

mehrere Zeichnungen aus unterschiedlichen Perspektiven fertigzustellen,

z. B. in Gudhjem auf Bornholm oder auf Samsö. Überhaupt liebt Hauke

Huusmann nicht nur das Wasser, sondern auch die künstlerische

Umsetzung seiner Seh-Erlebnisse in Serien.

Die kleineren Bilder, die in den Fluren hängen, sind größtenteils in situ

entstanden, also draußen direkt vor dem Motiv. Bei den größeren

Acrylbildern oder den aquarellierten Zeichnungen hier im Saal hat sich der

Künstler von den Skizzen, die er vor Ort gemacht hatte, dann später zu

größeren Formaten inspirieren lassen. Das gilt etwa für die

Alpenpanoramen, die nach einem Urlaub in Davos entstanden sind. Dabei

gibt die expressive Farbigkeit durchaus einen Hinweis auf Ernst Ludwig

Kirchner, der sich ja nach seinen traumatischen Erlebnissen im 1.Weltkrieg

in die damals abgelegene Bergwelt zurückgezogen hatte. Auch die

Segelboote auf dem Ijsselmeer in Holland – aquarellierte Zeichnungen -

sind erst im Atelier entstanden.

Aber auch die heimischen Häfen und Küstenlandschaften hat Hauke

Huusmann in den Blick genommen. Leicht zu erkennen ist der Hafen von

Kappeln oder auch Arnis ebenso wie die Flensburger Förde. Es gibt

Schleilandschaften zu entdecken, aber auch einige Aquarelle ohne Fluss,

See oder Förde, z.B. eine sonnendurchflutete Landschaft bei Stapelholm

oder die aus Angeln nicht wegzudenkenden Rapsfelder.

Insgesamt wird uns in dieser Ausstellung eine Vielzahl von Motiven und

Techniken präsentiert, wobei die Liebe des Künstlers zum Wasser aber die

gesamte Retrospektive durchzieht. Einige der Arbeiten sind ja bereits vor

Jahrzehnten entstanden. Hauke Huusmann hat seine Bilder immer signiert

und datiert, so dass man nachvollziehen kann, wann er Urlaub auf Samsö

oder in Davos gemacht hat.

Seit 2014 lebt er mit seiner Frau nun in dem neuen Schleswiger Stadtteil

„Auf der Freiheit“ mit Blick auf die Schlei und widmet sich verstärkt der

Malerei. Natürlich hat er bereits wieder ganze Serien von Segelboot-

Bildern aufs Papier gebannt, dazu die Holmer Fischerkähne bei der

alljährlichen Twiebacken- Regatta.

Als ich ihn fragte, warum das nicht in der Ausstellung zu sehen ist,

erzählte er mir, dass es bereits verkauft sei. Das konnte ich nur allzu gut

verstehen, denn es gehört zu meinen Lieblingsbildern des Künstlers.

Übrigens präsentiert Hauke Huusmann bei dieser Kulturtrias zum ersten

Mal eine so große Ausstellung in Schleswig. Immerhin hat er die meisten

der 60 hier gezeigten Arbeiten nach Jahren aus Mappen hervorgeholt und

sorgfältig gerahmt. Vorher hatte er sich zwar schon mehrfach an den

„Offenen Ateliers“ beteiligt, war aber eher nur in der Kunstszene bekannt.

Deshalb freue ich mich sehr, dass wir ihn und seine Werke hier nun einer

breiteren Öffentlichkeit vorstellen können.

Schließen möchte ich mit einem Zitat von Paul Cezanne:

„Die Kunst ist eine Harmonie parallel zur Natur“.

Mit dieser Erkenntnis des französischen Impressionisten, die bis heute

nichts von ihrer Wahrheit verloren hat, möchte ich Sie nun auf

Entdeckungsreise schicken.
Dr. Anke Carstens-Richter Juni 2019


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SchleswigKultur -  Titelseite, Heft Nr. 41 - 2019
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